Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Textgröße

Hoher Blutdruck

Hoher Blutdruck - Ursachen, Folgen, Therapie –

Was ist der Blutdruck?

Wie Wasser durch Röhren strömt, so fließt Blut durch die Adern. Der Druck in den Röhren oder den Adern bringt die Flüssigkeit zum Fließen und wirkt dabei auf die Röhrenwände oder Gefäßwände ein.

Wann liegt hoher Blutdruck vor?

Blutdruck gilt als normal bei 100 – 130/80 mmHg. 130 – 140 mmHg wird als Grauzone toleriert. Unter 100 mmHg ist der Blutdruck nur dann zu niedrig, wenn das zu Beschwerden führt. Junge Menschen können ganz normal einen Blutdruck unter 100 mmHg haben. Blutdruck über 140 mmHg sollte behandelt werden.

Was spürt man bei hohem Blutdruck?

Den Blutdruck können wir nicht spüren. Hoher Blutdruck macht keine Beschwerden, bis im Körper etwas unwiderruflich kaputt geht.

Welche Ursachen hat hoher Blutdruck?

Die häufigsten Ursachen sind Vererbung und Übergewicht. Im höheren Alter steigt der Blutdruck ebenfalls an. Hormonelle oder organische Ursachen sind sehr selten.

Welche Schäden entstehen durch zu hohen Blutdruck?

Hoher Blutdruck führt zu Gefäßwandschäden und Verdickung des Herzmuskels. Der hohe Druck und die Pulsation des Blutes sind wie ein ständiges Hämmern auf die sehr sensible Gefäßinnenwand. Dadurch entzündet sich die Gefäßwand mit Verlust von Elastizität. Bei Abheilung der Entzündung werden Cholesterin und Kalk eingelagert, die als Arteriosklerose zu dauerhaftem Schaden führen. Die feinen Arterien können sich dadurch verschließen (Erblinden, Herzinfarkt, Schlaganfall) und die großen Arterien können sich aufweiten (Aneurysma), bis sie platzen.
Die Anstrengung des Herzen gegen hohen Blutdruck zu arbeiten, führt zu Wandverdickung des Herzmuskels und zu Herzvergrößerung mit der Folge von Herzschwäche und gefährlichen Herzrhythmusstörungen

Was kann man gegen hohen Blutdruck tun?

An erster Stelle steht die Gewichtsnormalisierung. Körperliche Bewegung ist dabei hilfreich. Bei genetischer Ursache oder im höheren Lebensalter führt nur eine Therapie mit Tabletten zum Erfolg. Naturheilkundliche Methoden helfen nicht.

Welche medikamentösen Hauptgruppen gibt es zur Therapie des hohen Blutdrucks?

Das ist ein Kapitel, das Sie ruhig lesen sollten. Es ist gar nicht so schwer zu verstehen. Jedes Medikament hat einen Namen, der den Wirkstoff bezeichnet (Generikum). Die verschiedenen Firmen geben dem Generikum dann einen firmeneigenen Marktnamen. Die Firma, die das Medikament über meist sehr viele Jahre unter sehr hohen Kosten entwickelt hat, bekommt für mehrere Jahre ein Monopol auf den Marktnamen und die Herstellung. Danach bleibt der Originalname für die erste Firma geschützt und andere Firmen stellen Nachahmerprodukte her. Sie werden meist mit dem Begriff für den Wirkstoff (Generikum) bezeichnet und manchmal mit dem Firmennamen zusammen genannt, z.B. Delix als Originalname, heißt dann Ramipril als Wirkstoff (Generikum) oder Ramigamma der Firma Gammapharm.

  • Als erste Gruppe werden heutzutage die ACE – Hemmer oder die Sartane eingesetzt. Sie hemmen in der Niere dosisabhängig die Entstehung einer Substanz, die zu hohem Blutdruck führt. Die häufigsten Medikamente aus der Gruppe der ACE – Hemmer (Endsilbe – pril) heißen: Ramipril, Enalapril, Captopril. Aus der Gruppe der Sartane (Endsilbe -satan) heißen: Candesartan, Valsartan, Telmisartan. Die häufigste Nebenwirkung der ACE – Hemmern ist trockener Reizhusten, Sartane haben keine Nebenwirkungen.
  • Als zweite Gruppe werden Calciumantagonisten (Endsilbe – ipin) eingesetzt. z.B. Amlodipin, Felodipin, Lercanidipin, früher Nifedipin. Sie führen zu Gefäßerweiterung, die vorübergehend nach Einnahme zu Hitzegefühl, Hautröte und manchmal zu Wasseransammlung in Füßen und Beinen.
  • Als dritte Gruppe werden Entwässerungsmittel eingesetzt. Durch Entzug von Wasser sinkt der Blutdruck. Die häufigsten Medikamente sind HCT, Torasemid, Furosemid. Wird mit einem dieser Medikamente keine ausreichend Wirkung erzielt, werden die Medikamente in Kombination eingesetzt.
  • Als vierte Gruppe werden immer seltener Betablocker (Endsilbe – olol) eingesetzt. z.B. Metoprolol, Bisoprolol. Sie senken Puls und Blutdruck. Sensoren in unserem Körper (Betarezeptoren) reagieren auf das Stresshormon Adrenalin und steigern Puls und Blutdruck. Betablocker senken die Empfindlichkeit der Sensoren für Adrenalin, wodurch Puls und Blutdruck sinken. Ungünstig sind Betablocker bei langsamem Puls, Asthma bronchiale, Potenzschwierigkeiten und Schuppenflechte.

Wie und wann misst man den Blutdruck?

Das Blutdruckgerät wird am Oberarm angelegt. Dabei werden ein oberer und ein unterer Blutdruck gemessen. Handgelenksgeräte sind unzuverlässig. Messen Sie zu unterschiedlichen Tagesszeiten.

Sollen Sie Ihren Blutdruck selbst messen?

Gelegentliches Messen des Blutdrucks unterstützt Ihre Betreuung durch den Hausarzt, vor allem wenn Sie blutdrucksenkende Medikamente einnehmen. Messen Sie zu beliebigen Tagszeiten auch dann, wenn Sie nicht in Ruhe gesessen haben, und messen Sie nach und nicht vor Einnahme der Blutdruckmedikation. Ungefähr eine halben Stunde nach Einnahme der Medikation können Sie beginnen die allmählich einsetzende Wirkung zu erfassen. Morgendliche Blutdruckmessung vor Einnahme würde falsch hohe und für die Therapie irreführende Werte ergeben. Sie könnten ein Vokabelheft mit Ihren Blutdruckwerten führen, die Sie mit Datum und Uhrzeit notieren. Besprechen Sie danach Ihre Blutdruckmessung mit Ihrem Hausarzt.

Dr. Constanze Müller Internistin - Kardiologien
Back to Top